Kurze Antwort
Modul 3 kann seit dem 1. April 2025 zusätzlich zu Modul 1 gewählt werden. Es berechnet das Netzentgelt nach örtlichen Zeitfenstern und Preisstufen und setzt ein intelligentes Messsystem voraus. Es ist kein dynamischer Stromlieferpreis. Ein Vorteil entsteht nur, wenn günstige Zeitfenster die teureren ausreichend ausgleichen.
Was Modul 3 leisten soll
Modul 3 soll zeitvariable Netzentgelte nutzbar machen. Die Idee ist, Verbrauch stärker in Zeiten zu verschieben, in denen das Netz weniger belastet ist. Für Haushalte ist das vor allem bei steuerbaren Verbrauchern interessant.
Praktisch reicht es aber nicht, nur den Begriff zu kennen. Entscheidend sind Zeitfenster, Preisstufen, Messung, Steuerbarkeit und die Frage, ob der eigene Verbrauch überhaupt flexibel genug ist.
Welche Geräte besonders relevant sind
Eine Wallbox lässt sich oft gut zeitlich verschieben, solange das Auto nicht sofort vollgeladen sein muss. Auch Batteriespeicher können flexibel sein. Wärmepumpen sind komplexer, weil Komfort, Gebäudehülle und Speicherfähigkeit des Heizsystems mitspielen.
Je flexibler ein Haushalt Lasten verschieben kann, desto eher lohnt sich eine detaillierte Prüfung. Wer dagegen kaum steuerbaren Verbrauch hat oder feste Nutzungszeiten braucht, sollte vorsichtig kalkulieren.
Warum Modul 3 eine Datenfrage ist
Für eine belastbare Bewertung brauchen Sie typische Verbrauchszeiten, steuerbare Leistung, mögliche Automatisierung und die konkreten Zeitfenster des Netzbetreibers. Ohne diese Daten lässt sich nur sagen, dass Modul 3 geprüft werden sollte, nicht ob es sicher lohnt.
Sinnvoll ist ein zweistufiges Vorgehen: Erst Modul 1 und Modul 2 grob vergleichen, dann prüfen, ob Modul 3 zusätzlich zu Modul 1 einen Mehrwert haben kann. So bleibt die Entscheidung nachvollziehbar.
Mit allen Zeitfenstern rechnen, nicht nur mit dem Niedrigtarif
Vereinfachtes Jahresbeispiel mit frei gewählten Bruttopreisen, kein Netzbetreiberangebot: Der Vergleichstarif beträgt 8 ct/kWh. Modul 3 verwendet hier 2 ct im Niedrigtarif, 8 ct im Standardtarif und 12 ct im Hochtarif. Die Modul-1-Pauschale bleibt in beiden Vergleichsvarianten gleich und wird deshalb nicht als zusätzlicher Modul-3-Gewinn gezählt.
Profil A: 1.000 kWh zum niedrigen, 2.500 kWh zum normalen und 500 kWh zum hohen Satz ergeben 20 + 200 + 60 = 280 Euro. Ohne Zeitstaffel wären 4.000 × 0,08 = 320 Euro fällig: 40 Euro Vorteil vor Mehrkosten. Profil B mit nur 500 kWh niedrig, 2.000 kWh normal und 1.500 kWh hoch kostet 10 + 160 + 180 = 350 Euro: 30 Euro Nachteil.
Bei einem gemeinsamen Zähler muss auch der übrige Haushaltsverbrauch in den betroffenen Zeitfenstern berücksichtigt werden. Nur das verschiebbare Laden des Autos zu bewerten kann den Hochtarifverbrauch am Abend ausblenden. Zusätzliche Mess- oder Automatisierungskosten verkleinern den Vorteil.
| Verteilung niedrig / normal / hoch | Zeitvariables Entgelt | Gegenüber 320 Euro |
|---|---|---|
| 1.000 / 2.500 / 500 kWh | 280 Euro | 40 Euro günstiger |
| 500 / 2.000 / 1.500 kWh | 350 Euro | 30 Euro teurer |
Vor dem Wechsel: Preisblatt, Messung und Abrechnung
Laden Sie das gültige Preisblatt Ihres Netzbetreibers herunter und notieren Sie Tarifstufen, Uhrzeiten, saisonale Unterschiede und Bruttopreise. Legen Sie den eigenen zeitlichen Verbrauch darüber und klären Sie beim Lieferanten den Abrechnungsbeginn. Ein vorhandenes Smart Meter allein aktiviert das Modul nicht.
Ein dynamischer Stromtarif folgt anderen Preissignalen als das örtliche Netzentgelt. Eine günstige Börsenstunde kann in ein teures Netzzeitfenster fallen. Für eine gemeinsame Optimierung zählt deshalb der vollständige Endkundenpreis. Rechnen Sie zunächst beide Effekte getrennt, um dieselbe Ersparnis nicht doppelt zu verbuchen.
Prüfliste für Ihren Fall
- Prüfen, ob Modul 1 als Basis gewählt werden soll
- Zeitfenster und Preisstufen des Netzbetreibers beschaffen
- Flexible Verbraucher und Automatisierung erfassen
- Lade- und Heizzeiten realistisch einschätzen
- Mögliche Komfort- oder Nutzungsgrenzen notieren
Häufige Fehler vermeiden
- Modul 3 mit Modul 2 verwechseln
- Flexibilität überschätzen
- Zeitfenster prüfen, ohne echte Verbrauchsdaten zu betrachten
Häufige Fragen
Ist Modul 3 automatisch günstiger?
Nein. Modul 3 kann nur helfen, wenn Verbrauch tatsächlich in günstigere Zeitfenster verschoben wird und die technischen Voraussetzungen passen.
Für wen ist Modul 3 besonders interessant?
Vor allem für Haushalte mit flexiblen Lasten wie Wallbox, Speicher oder gut steuerbarer Wärmepumpe.
Berechnet der §14a-Rechner Modul 3 direkt?
Der bestehende Rechner nennt Modul 3 als zusätzlichen Prüfpunkt. Eine genaue Berechnung braucht konkrete Zeitfenster und Verbrauchsprofile.