Kurze Antwort
Modul 1 ist oft einfacher, Modul 2 kann bei hohem steuerbarem Verbrauch attraktiver sein. Die Entscheidung hängt von Verbrauch, separatem Zähler, Messkosten und Netzentgelten im Netzgebiet ab.
Modul 1, Modul 2 und Modul 3 im Vergleich
Für Modul 2 ist ein separater abrechnungsfähiger Zähler erforderlich. Ein privater Zwischenzähler oder eine Verbrauchsanzeige in der App ersetzt diesen nicht. Entscheidend ist außerdem, ob und wie der Stromliefervertrag die Netzentgeltreduzierung weitergibt. Die folgende Rechnung setzt eine vollständige Weitergabe voraus.
| Merkmal | Modul 1 | Modul 2 | Modul 3 |
|---|---|---|---|
| Entlastung | Jährliche Pauschale im Netzgebiet | 60 % des Netzentgelt-Arbeitspreises | Zeitvariable Netzentgelte |
| Separater Zähler | Nicht vorgeschrieben | Erforderlich | Nicht allein wegen Modul 3 erforderlich |
| Kombination | Mit Modul 3 möglich | Alternative zu Modul 1 | Nur zusätzlich zu Modul 1 |
| Wichtige Daten | Lokale Pauschale | Verbrauch, Netzentgelt und Zusatzkosten | iMSys, Zeitfenster und Verbrauchsprofil |
So rechnen Sie die Verbrauchsschwelle aus
Modul 2 senkt den Netzentgelt-Arbeitspreis auf 40 Prozent. Die Ersparnis beträgt deshalb 60 Prozent des unreduzierten Werts. Bei 8,5 ct/kWh sind das 5,1 ct/kWh Ersparnis und 3,4 ct/kWh verbleibendes Netzentgelt. Weder der vollständige Strompreis noch der bereits reduzierte Arbeitspreis darf als Ersparnis eingesetzt werden.
Jährlicher Rechenvorteil Modul 2 = Verbrauch in kWh × unreduziertes Netzentgelt in ct/kWh × 0,6 ÷ 100 − zusätzliche jährliche Kosten. Gleichstand mit Modul 1 besteht bei: (Modul-1-Pauschale + Zusatzkosten) ÷ (Netzentgelt × 0,6 ÷ 100).
Zusatzkosten sind die Mehrkosten gegenüber Modul 1, etwa zusätzliche Messentgelte oder ein weiterer Liefervertrags-Grundpreis. Für Modul 2 selbst erhebt der Netzbetreiber am separaten Zähler keinen Netzentgelt-Grundpreis. Gemeinsame Kosten nicht doppelt zählen; einmalige Umbaukosten separat über die geplante Nutzungsdauer beurteilen.
Beispiel: Wallbox mit wenig Verbrauch, Wärmepumpe mit viel Verbrauch
Annahmen: Modul 1 bringt 160 Euro jährlich, das unreduzierte Netzentgelt beträgt 8,5 ct/kWh und Modul 2 verursacht 60 Euro zusätzliche Jahreskosten. Alle Zahlen sind frei gewählte Bruttowerte zur Erklärung, keine Preisangaben eines bestimmten Netzbetreibers.
Bei 3.200 kWh ergibt sich: 3.200 × 0,085 × 0,6 = 163,20 Euro Entlastung vor Zusatzkosten. Nach 60 Euro bleiben 103,20 Euro. Modul 1 liegt damit um 56,80 Euro vorn. Bei 6.000 kWh bleiben dagegen 246 Euro; Modul 2 liegt um 86 Euro vorn.
Der Gleichstand liegt bei 220 ÷ 0,051 = rund 4.314 kWh. Verbraucht die Anlage wegen PV-Eigenversorgung weniger Netzstrom, kann die Entscheidung kippen. Benötigt die zweite Variante zusätzlich einen einmaligen Umbau für beispielsweise 800 Euro, würde allein dessen Rückverdienen bei 86 Euro Jahresvorteil rund 9,3 Jahre dauern, ohne Finanzierungskosten oder Preisänderungen.
| Netzverbrauch | Modul 1 | Modul 2 nach Zusatzkosten | Höherer Jahresvorteil |
|---|---|---|---|
| 3.200 kWh | 160 Euro | 103,20 Euro | Modul 1: 56,80 Euro |
| 6.000 kWh | 160 Euro | 246 Euro | Modul 2: 86 Euro |
Der Unterschied in der Praxis
Modul 1 reduziert die Netzentgelte pauschal. Modul 2 reduziert den Netzentgelt-Arbeitspreis verbrauchsabhängig und setzt einen separaten Zähler voraus. Die Zählerplanung sollte vor der Tarifentscheidung schriftlich feststehen.
Die bessere Wahl ergibt sich nicht aus dem Namen des Moduls, sondern aus dem Nutzungsprofil. Eine Wallbox mit seltenem Laden, eine Wärmepumpe mit hohem Jahresverbrauch und ein Speicher mit eigenem Betriebsprofil können zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.
Warum der Break-even wichtig ist
Der Break-even ist der Punkt, ab dem die verbrauchsabhängige Entlastung die pauschale Entlastung übersteigt. Dazu müssen jährlicher Verbrauch der steuerbaren Einrichtung, Arbeitspreisanteile und zusätzliche Messkosten berücksichtigt werden.
Wenn dieser Punkt weit über dem realistischen Verbrauch liegt, spricht das eher gegen Modul 2. Wenn der reale Verbrauch deutlich darüber liegt und die Messkosten passen, kann Modul 2 näher geprüft werden.
Welche Daten Sie vor dem Rechner brauchen
Sie brauchen die fixe Entlastung für Modul 1, das relevante Netzentgelt für Modul 2, den erwarteten steuerbaren Jahresverbrauch und mögliche zusätzliche Messkosten. Ohne diese Daten ist der Vergleich eher eine Schätzung als eine Entscheidung.
Der Rechner hilft, die Rechenlogik transparent zu machen. Die finale Auswahl sollte aber mit Netzbetreiber, Stromlieferant und gegebenenfalls Installateur abgestimmt werden, weil Vertrags- und Messdetails entscheidend sein können.
Prüfliste für Ihren Fall
- Steuerbaren Jahresverbrauch realistisch schätzen
- Fixe Modul-1-Entlastung im Netzgebiet ermitteln
- Modul-2-Netzentgelt und Messkosten prüfen
- Separaten abrechnungsfähigen Zähler und Messkonzept klären
- Break-even mit dem tatsächlichen Nutzungsprofil vergleichen
Häufige Fehler vermeiden
- Modul 2 ohne Messkosten schönrechnen
- Wallbox- oder Wärmepumpenverbrauch aus dem Bauch schätzen
- Tarifbedingungen des Stromlieferanten ausblenden
Häufige Fragen
Kann ich Modul 1 und Modul 2 gleichzeitig nutzen?
Modul 1 und Modul 2 sind grundsätzlich Alternativen. Modul 3 ist ein zusätzlicher Prüfpunkt zu Modul 1, aber nicht dasselbe wie Modul 2.
Welches Modul ist für Einsteiger einfacher?
Modul 1 ist meist einfacher zu verstehen, weil es pauschal wirkt. Ob es wirtschaftlich besser ist, hängt trotzdem vom konkreten Fall ab.
Warum brauche ich lokale Netzentgelte?
Weil die Entlastung im Netzgebiet berechnet wird. Allgemeine Beispielwerte können die eigene Entscheidung nur grob vorbereiten.